HNO-Praxis Dr. Reinhold Eichler

 

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Erklärungen - Operationen - Tubenkatarrh

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  • Mittelohrbelüftungsstörung
  • Paukenerguß

Wer ist betroffen?

Betroffen sind meist Kindergartenkinder. Die Beschweren werden mit zunehmenden Schulalter deutlich weniger und verschwinden meist mit der Pubertät. Allerdings können auch Erwachsene insbesondere im Rahmen eines Schnupfeninfektes vorübergehend dieses Beschwerdebild  entwickeln. Neben einer Hörminderung und Ohrdruckbeschwerden, bestehen Probleme bei Flugreisen und beim Tauchsport.

Anatomische Beschreibung

Das Trommelfell ist eine zarte Membrane, aufgehängt am inneren Ende des Gehörgangs. Sie schließt den Gehörgang Luft- und Wasserdicht ab. Damit das Trommelfell frei schwingen kann, befindet sich dahinter ebenfalls ein Luft gefüllter Raum, das Mittelohr. Entscheidend ist, daß der Luftdruck auf beiden Seiten  des Trommelfells gleich ist, nur dann kann das Trommelfell frei und ungehindert schwingen. Der äußere Teil gleicht sich sehr leicht über den großen Gehörgang dem aktuellen Umgebungs- Luftdruck an. Das Mittelohr hat es sehr viel schwerer den äußeren Luftdruckveränderungen, die den Menschen umgeben, rasch zu folgen. Der Druckausgleich im Mittelohr erfolgt über einen langen sehr dünnen schlauchartigen Gang. Dieser verläuft teilweise in einem Knochenkanal, hat Muskelanteile und wird von einem veränderlichen Venengeflechtspolster  und einem Fettpolster umgeben. Die Mündung dieser Ohrtrompete, liegt seitlich beiderseits im Nasenrachen  nahe der inneren Nasenöffnung.

Krankhafte Vorgänge

Öffnet die Ohrtrompete nicht richtig herrschen im Mittelohr und im Gehörgang verschiedene Druckverhältnisse. Das Trommelfell wird auf die Seite des geringeren Druckes geschoben und gezogen. Folge ist, daß das jetzt vermehrt gespannte Trommelfell durch die eintreffenden Schallwellen schlechter in Schwingung versetzt werden kann. Daraus resultiert eine Hörminderung in Abhängigkeit des Druckunterschiedes und der zunehmenden ungewollten Vorspannung des Trommelfells.

Steigerung der Vorgänge (Paukenerguß)

Ist die Ohrtrompete verschlossen und das Mittelohr ein abgeschotteter Binnenraum, tritt ein weiterer Mechanismus hinzu. Das Mittelohr ist ausgekleidet mit einer Gewebsschicht. Hier findet eine ständige Resorption [Aufsaugen] von Luft oder Flüssigkeit statt. Wird im abgeschlossenen Mittelohrraum die Luft  resorbiert, ohne das über die Mittelohrtrompete Luft nachfließen kann, entsteht ein zunehmendes Vakuum. Erreicht der Unterdruck eine Stärke, welche die Widerstandskraft der Zellwände überschreitet, tritt Zellflüssigkeit aus. Diese läuft in den Mittelohrraum, solange bis dieser mit Gewebeflüssigkeit angefüllt ist und der Druck angeglichen ist. Es ist jetzt der Zustand des Paukenergußes erreicht. Dieses geht einher  mit einer Dämpfung der Trommelfellbeweglichkeit  und damit der Schallweiterleitung.

Lösung der Problematik

=> Druckausgleich :  -> Valsalva  -> Politzer  -> Nasenballons  -> Paukenröhrchen
                                 -> Adenotomie bei Kindern

In jedem Stadium dieser oben beschriebenen Vorgänge kann die Problematik durch Druckausgleich gelöst werden. Dieser Druckausgleich kann, je nach fortschreitender Anforderung mit zunehmender Intensität [Heftigkeit]  erwirkt werden.

    -> Valsalva

    Ein Herr Valsalva  [Antonio Maria Valsalva, Anatom  u. Chirurg, Bologna  1666-1723]  hat folgendes Vorgehen beschrieben: Eine willkürliche Luftdruckerhöhung im Nasenrachen durch "Nasezuhalten und Backenaufblasen" beschrieben, bei der die Ohrtrompeten aktiv belüftet werden, bis im Mittelohr der äußere Luftdruck erreicht wird. Dieser Vorgang [Valsalvamanöver] ist nach ihm als Erstbeschreiber benannt.

    -> Politzern

    Ein Herr Politzer  [Adam Politzer, Otologe Wien 1835-1920] ]  hat folgendes Vorgehen beschrieben: Das Manöver  erwirkt das Aufblasen der Ohrtrompete durch einen auf die Nase aufgesetzten Ballon bei verschlossenem zweiten Nasenloch. Dieser Ballon wird vom Arzt betätigt, während der Patient einen Gaumensegelverschluß herbeiführen muß, indem er einen Konsonanten  ("Kuck-Kuck") spricht oder einen Schluck Wasser trinkt. Dieser Vorgang  [Politzermanöver] ist nach ihm als Erstbeschreiber benannt. Der Druckausgleich muss mehrmals am Tag wiederholt werden.

    -> Nasenballons

    Die Industrie stellt heute, gerade für Kinder, kleine Nasenoliven mit Luftballonankuppelung zur Verfügung. Die Kinder müssen die Luftballons mehrmals am Tage mit der Nase aufblasen. Meist stellt dieser gute Gedanke nur einen Kompromiß dar, da der Erfolg nicht überprüfbar ist. Es ist allerdings eine gute Ergänzung zur HNO-ärztlich überwachten Tubentherapie, da die Kinder es zu Hause zusätzlich selber üben können.

    -> Paracentese [Trommelfallschnitt]

    Sind alle Bemühungen fruchtlos und die Ohrtrompete wird nicht durchgängig,  kann man eine Belüftung durch das Trommelfell erzwingen. Der Arzt schlitzt mit einem speziellen Messerchen  an einer festbestimmten Stelle das Trommelfell auf. Diesen Vorgang nennt man Paracentese. Schlagartig ist der Druckausgleich hergestellt, etwaige Flüssigkeit kann abgesaugt werden. Solange der künstliche Trommelfelldefekt besteht gibt es keinerlei Druckausgleichsprobleme. Berggondelfahren und mit dem Flugzeug zu fliegen wäre völlig problemlos. Tauchen ist wegen des eröffneten Mittelohres nicht! möglich. Der Schlitz ist jedoch klein und heilt in wenigen Tagen zu. Die Paracentese stellt somit keine dauerhafte Lösung dar. Denn ist der Schnitt verheilt, so bestehen noch nach wie vor die Probleme der sich nicht öffnenden Ohrtrompete.

    -> Paukendrainage [Paukenröhrchen]

    Soll nach einer Paracentese [Tromelfellschnitt] der  gewollte Trommelfell-Defekt dauerhaft offenbleiben, so kann der Arzt in diesen Schnitt einen Platzhalter, ein sogenanntes Paukenröhrchen einsetzen. Dieses Röhrchen wird mit zwei kragenknopfartigen Rändern vor und hinter dem Trommelfell, regelrecht ins Trommelfell eingeknüpft. Es besteht nun eine dauerhafte "kurzschlußartige" Verbindung des Mittelohrraumes zur Außenwelt unter Umgehung der Ohrtrompete. Da der Unterdruck weggefallen ist, wirkt kein Sog mehr auf die Mittelohrauskleidung. Es wird keine Gewebsflüssigkeit mehr provoziert. Die bestehende Restflüssigkeit wird vom Gewebe resorbiert [aufgesogen]. Durch die Paukendrainage läuft keine Flüssigkeit ab. Daher sind sie besser als Paukenröhrchen zu bezeichnen, da keine wirkliche Drainage  im Sinne eines Abfluss stattfindet.

Besondere Pflege und Verhalten bei Paukenröhrchen

Solange ein Trommelfelldefekt besteht, sei er nun künstlich gewollt oder durch Unfall oder Entzündungen ungewollt entstanden, darf kein Wasser ins Ohr fließen. Denn alles in den Gehörgang fließende Wasser wird nun nicht mehr am Trommelfell gestoppt, sondern kann durch das Trommelfellloch ungehindert in das Mittelohr eindringen. Hierbei kann es zu Infekten und anderen Komplikationen kommen. Im Speziellen besteht ein Tauchverbot.

Was absolut verboten ist bei Trommelfelldefekten

Generell besteht ein absolutes Tauchverbot! Es besteht ein relatives Schwimmverbot, welches bei gutem Gehörgangsverschluß (am besten individuelle Ohrstöpsel) und ruhigem Schwimmverhalten (Vorsicht bei Kindern) gelockert werden kann.

Was ist erlaubt bei Trommelfell-Defekten

Völlig unproblematisch sind: Flugreisen, Berggondelbahn fahren, Autofahren im Gebirge und Wanderungen im Gebirge, Skifahren.

Müssen Paukenröhrchen Kontrolliert werden

Eine regelmäßige Kontrolle ist dringend erforderlich, da die Paukenröhrchen manchmal wegen der Flüssigkeit im Mittelohr verstopfen können und damit ihre Wirksamkeit verlieren. Manchmal kann sich das Mittelohr oder das Trommelfell auch bei korrektem Verhalten entzünden und eitrige Flüssigkeit absondern. Das muß dann behandelt werden. Außerdem muß kontrolliert werden ob sich die Paukenröhrchen langsam abstoßen und man sie entfernen kann oder muß.

Wie lange bleiben die Paukenröhrchen

Die Paukenröhrchen können Wochen bis viele Monate liegenbleiben. Sie sollten dann regelmäßig kontrolliert werden.

Wie kommen die Paukenröhrchen wieder raus?

Im Normalfall werden die Paukenröhrchen mit dem normalen Trommelfell-Erneuerungswachstums langsam an den äußeren Rand verschoben und fallen dann von selber in den Gehörgang. Sollte es Gründe geben, kann man die Paukenröhrchen aber auch mit einem Zängelchen herausnehmen. Bei Kindern macht man das in Kurz-Narkose.

Was ist in der Zwischenzeit mit der Ohrtrompete?

Das Ohrtrompetentraining [Valsalva, Nasenballon ] sollte zwischenzeitlich weiter geübt werden. Denn wenn die Paukenröhrchen abgestoßen sind, ist der Betroffene wieder auf seine Tubenfunktion angewiesen.

[Tuba eustachi ,Eustachischen Röhre, Tubenkanal, Ohrtrompete, Mittelohrtrompete]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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