HNO-Praxis Dr. Reinhold Eichler

 

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Erklärungen - Rauchen

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Rauch(en) in aller Munde

 

 

 

Rauchen macht jung

Rauchen macht schön

Rauchen macht erfolgreich

Rauchen löst Probleme

Rauchen ist männlich

Rauchen ist weiblich

Rauchen ist exklusiv

Rauchen macht frei


All das sind Attribute, die wir uns wünschen und die uns die Werbung von Zigarettenmarken versprechen. Doch wie sieht die Realität aus? Soziologisch gesehen ist eine Zunahme des Zigarettenkonsums eher mit niedrigerem sozialen Status verknüpft. Das heißt nicht, dass "Reiche" und "Erfolgreiche" nicht auch rauchen, es sind aber eben weniger.

Mit mehr Bildung ist die Wahrscheinlichkeit größer, sich Informationen zu verschaffen und Erkenntnisse und Einsichten auf die eigene Situation zu übertragen und sie eventuell auch umzusetzen. Insbesondere steht jedem Willigen zum Thema Rauchen geradezu eine Flut von Informationen zur Verfügung. Ebenso stellen die Auswirkungen des Rauchens keine Geheimnisse dar. Doch führen uns leider oft gerade die sogenannten Intellektuellen perfekt vor, wie im Widerstreit von Einsicht und Suchtabhängigkeit beim Rauchen sich die Sucht durchsetzt.

Die Beispiele sind reichlich und allen bekannt. Wurde nicht in erhitzten Pro- und Kontradiskussionen der kettenrauchende Stationsarzt ins Feld geführt, der sich nach der Behandlung eines Patienten, der an "Raucherbeinen" leidet, anschließend im Stationszimmer eine Zigarette ansteckt? Ebenso stehen das von Zigarettenrauch ehemals verqualmte Lehrerzimmer im Widerspruch zum beklagten zahlenmäßigen Anstieg der rauchenden Schüler.

Doch zeigen diese Beispiele, dass es sich auch bei angesehenen Personen mit Vorbildfunktion um lebendige Menschen aus Fleisch und Blut handelt, mit all ihren Möglichkeiten zur Schwäche. So werden die wirklichen Probleme, die durch Zigarettenkonsum verursacht werden, durch diese Beispiele von nicht nachahmenswertem Verhaltens, nicht umgekehrt. Der Raucher behält seine Probleme so sehr man auch versucht sein will darüber zu verhandeln. Ein biologischer Organismus lässt nicht mit sich verhandeln, er reagiert folgerichtig im Rahmen seiner Möglichkeiten auf die ihm real zugefügten Belastungen, wie auch immer wir versuchen sie schön zu reden.

Vom ökonomischen Standpunkt möchte ich nicht viel schreiben. Jeder Raucher kann sich selbst ausrechnen, wie viel Schachteln er täglich und monatlich raucht. Man kann durch einen Trick in der Rechnung Geld sparen, in dem man nur die Zigaretten rechnet, die man zu rauchen glaubt. Damit wären wir wieder beim Schönreden. Zahlen muss man jedoch den realen Preis.

Zahlen muss man beim Zigarettenrauch auch die Schäden, die man seinem Organismus antut. Zigarettenrauch hat zwei Komponenten. Zum Einen enthält er das begehrte Nikotin und zum Zweiten eine unübersehbare Anzahl von unerwünschten Verbrennungsprodukten der Tabakblätter wie Gase, Teere, Nitrosamine und Kondensate. Jedes dieser Produkte steht als Gruppennamen für eine unübersehbare Zahl zumeist giftiger chemischer Einzelsubstanzen. zusätzlich ergebensich aus den Kombinationen der vorhandenen Giftstoffe weitere Gifte.

Um das gewünschte Nikotin im Körper aufzunehmen wird das "Gas-Austausch-Organ" die Lunge benutzt. Die Lunge ist der Mittler, der Sauerstoff aus der gasförmigen Luft an das flüssige Transportsystem Blut überträgt. Im Gegenzug werden aus dem Blut Abfallstoffe aus dem flüssigen Zustand in die gasförmige Ausatemluft abgegeben. Daraus folgt, dass alle giftigen Substanzen auch durch dieses Organ transportiert und im Körper gelagert werden. Hier trennt sich der Weg in zwei Gruppen von Substanzen. Zum Einen in Stoffe, die in den Blutkreislauf aufgenommen werden wie z.B. das Nikotin und zu den Erfolgsorganen, hier gewünscht das Zentrale-Nerven-System weitertransportiert werden und zum Zweiten Stoffe, die die Gewebsbarriere nicht durchdringen können und wie bei einem Filter im Lungengewebe liegenbleiben, und dann weiter über Niere und Leber entgiftete werden müssen. Auf dem Weg dahin werden alle benutzten Strukturen auch mit den Giften belastet.

Nikotin ist ein sehr potentes Medikament mit vielfältiger Wirkung. Es wirkt unter Anderem auf das Gehirn durch Stimmungsverbesserungen und Hungerminderung. Zudem hat es eine gefäßverengende Wirkung, die sich auf andere Körperregionen auswirkt z.B. kalte Hände und Füße der Raucher, die im Extremfall zu "Raucherbeinen" führen. Dabei werden die Blutgefäße, die am weitesten vom Herzen entfernt sind durch die verengende Wirkung des Nikotins soweit verändert, dass die betreffenden Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Was nicht versorgt wird, stirbt ab.

Der gleiche Vorgang spielt sich für jeden Raucher nachvollziehbar im Verdauungssystem ab. Durch das Nikotin wird die Darmdurchblutung so gedrosselt, dass die Aufnahmefunktion wertvoller Nahrungsstoffe verschlechtert wird. Bemerkbar wird dieser Vorgang allerdings erst, wenn bei Nikotinentzug der Darm wieder ungehindert durchblutet wird und richtig arbeitet. Jetzt nimmt der Körper wieder alle Stoffe auf, die angeliefert werden und man nimmt an Gewicht zu. Dieser Effekt wird von Rauchern sehr gefürchtet und als Gegenargument zum Nikotinaustieg benutzt.

Besondere Aufmerksamkeit verdient allerdings auch die zweite Gruppe der Substanzen. Diese Stoffe bleiben sowohl auf der Oberfläche der Lunge als auch auf der Oberfläche der Schleimhäute des gesamten Atemsystems (Nase, Mund, Luftröhre) liegen. Es entsteht eine dauernde Reizung der Schleimhäute. Ständig werden großflächig Zellen geschädigt und sogar genetisch verändert. Diese Zellen müssen unbedingt und ausnahmslos vom Immunsystem aufgespürt und vernichtet werden. Jede übersehene Zelle kann sich zu einem bösartigen Tumor entwickeln. Wenn man nun das Immunsystem mit einer so intensiven Zwangsbeschäftigung bindet, ist es leicht verständlich, daß die eigentlichen Aufgaben des Immunsystems darunter leiden. Dazu zählt die hohe Anfälligkeit gegenüber Atemwegsinfekten und auch die deutlich höhere Bereitschaft, Allergien zu entwickeln bzw. bei Allergikern, an Asthma zu erkranken.

Wer raucht begeht eine aktive Tätigkeit, mit deren Abgasen andere Menschen berührt werden ob gewollt oder nicht. So ist die von Rauchern gelegentlich behauptete Intoleranz der Nichtraucher seiner Rauchlust gegenüber eine Umkehrung der Tatsachen. Der Nichtraucher kann sich der schädlichen Abgasluft unter Umständen nicht entziehen. Leider ist die Rücksichtnahme im Umgang von Rauchern mit Nichtrauchern nicht immer erzwingbar gewesen.

Es ist zu begrüßen, dass rauchfreie Zonen geschaffen werden. Aus Ärztlicher Sicht kann ich jedoch nur alle Raucher ermuntern, für ihre Gesundheit und auch für die der anderen, sich von ihrer Sucht zu befreien. Dr. med. Reinhold Eichler, Facharzt für Hals-Nasen-Ohren Heilkunde, Mannheim

 

Kapitel Rauch(en)

 

 

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